Sightadel

EU-Verordnung · Lebensmittelsicherheit

Ein HACCP-Konzept, das aktuell bleibt.
Gefahr für Gefahr, Nachweis für Nachweis.

Sightadel führt Sie durch Vorstufen und sieben Grundsätze des HACCP-Konzepts – mit Branchenvorlagen aus langjähriger Beratungspraxis, Formulierungshilfe und echten Beratern, wenn eine Gefahrenanalyse knifflig wird.

Nur bei Sightadel

HACCP in einer GRC-Plattform – das bietet keiner der verglichenen Anbieter.

Unter den neun GRC-Anbietern unseres Vergleichs führt nur Sightadel HACCP als Framework; die anderen acht nennen es auf ihren Websites nicht. Sie führen Ihr HACCP-Konzept, ISO 9001 und bei Bedarf ISO 27001 in einem System, mit denselben Nachweisen.

Grundlage: öffentliche Angaben auf den Websites der Anbieter, Stand 10. Oktober 2026. Zum Anbietervergleich →

Worum es geht

HACCP in Kürze

HACCP steht für Hazard Analysis and Critical Control Points. Gemeint ist eine Methode, mit der ein Betrieb die Gefahren für die Lebensmittelsicherheit in seinen Abläufen erkennt und an den entscheidenden Stellen beherrscht – biologisch, chemisch, physikalisch und durch Allergene. Sie wirkt vorbeugend: Fehler sollen gar nicht erst entstehen, statt am Ende aussortiert zu werden.

In der EU ist ein Verfahren auf Grundlage der HACCP-Grundsätze Pflicht für Lebensmittelunternehmer nach der Primärproduktion. So regelt es Artikel 5 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004. Seit 2021 verlangt die Verordnung zusätzlich eine Lebensmittelsicherheitskultur und ein Allergenmanagement. Wie umfangreich das Konzept sein muss, hängt von Art und Größe des Betriebs ab. Für kleine Betriebe ist eine vereinfachte Umsetzung möglich.

Der Kern sind sieben Grundsätze: Gefahren analysieren, kritische Kontrollpunkte bestimmen, Grenzwerte festlegen, überwachen, Korrekturmaßnahmen vorsehen, das System verifizieren und alles dokumentieren. Davor stehen die Vorstufen – HACCP-Team, Produktbeschreibung, Verwendungszweck, Fließdiagramm und dessen Prüfung vor Ort. Darunter liegen die Präventivprogramme wie Reinigung, Schädlingsbekämpfung und Personalhygiene. Ein Konzept scheitert selten an der Analyse, sondern daran, dass es nach der Erstellung nicht mehr angepasst wird.

01

Konzept fehlt oder ist veraltet

Die Rezeptur hat sich geändert, eine Linie ist dazugekommen, das Konzept ist von vorgestern. Sightadel führt durch die Vorstufen und die sieben Grundsätze und zeigt, wo nachgezogen werden muss.

02

Nachweise verstreut

Temperaturlisten auf Papier, Reinigungspläne in Excel, Schulungen im Kopf. Bei der Kontrolle wird gesucht. In Sightadel liegt jeder Nachweis an der Anforderung, die er belegt, mit Ablaufdatum.

03

Handelsstandard steht an

Ein Kunde aus dem Handel verlangt IFS, BRCGS oder FSSC 22000. Alle bauen auf HACCP auf. Wer das Konzept sauber führt, hat für das Audit die Grundlage schon belegt.

Anforderungen

Was verlangt wird – und wie Sightadel hilft.

In eigenen Worten zusammengefasst. Maßgeblich ist immer der Originaltext in der geltenden Fassung.

Vorstufen

Team, Produkt, Fließdiagramm

Ein fachkundiges HACCP-Team, Produktbeschreibung und Verwendungszweck sowie ein Fließdiagramm aller Prozessschritte, vor Ort bestätigt.

In SightadelLeitfragen führen durch die Vorstufen. Die Branchenvorlage schlägt typische Prozessschritte vor, Sie bestätigen oder passen an und laden das Fließdiagramm hoch.

Präventivprogramme

Grundhygiene

Reinigung und Desinfektion, Schädlingsbekämpfung, Personalhygiene, Wasser, Wartung und Lieferantenauswahl sind geregelt und belegt.

In SightadelJedes Programm als wiederkehrender Zyklus mit Verantwortlichem und Nachweis. Lieferanten werden im Modul Anbieter bewertet.

Grundsatz 1

Gefahrenanalyse

Für jeden Prozessschritt sind mögliche Gefahren erfasst, bewertet und mit Beherrschungsmaßnahmen versehen.

In SightadelGeführte Analyse Schritt für Schritt. Die Vorlage nennt typische Gefahren Ihrer Branche, die Bewertung treffen Sie – Sightadel markiert diese Stellen.

Grundsatz 2–3

Kritische Kontrollpunkte und Grenzwerte

Die Punkte, an denen eine Gefahr beherrscht werden muss, sind bestimmt und mit messbaren Grenzwerten versehen.

In SightadelCCP-Register mit Grenzwert, Begründung und Verknüpfung zur Gefahr. Wer nachvollziehen will, warum ein Schritt kein CCP ist, findet die Begründung.

Grundsatz 4

Überwachung

Je kritischem Kontrollpunkt ist festgelegt, was wie oft von wem überwacht wird.

In SightadelÜberwachungspläne als Zyklen mit Verantwortlichem. Die Aufzeichnungen aus Ihren Messsystemen oder Listen werden als Nachweis abgelegt.

Grundsatz 5

Korrekturmaßnahmen

Für jede Abweichung vom Grenzwert ist vorab festgelegt, was mit Produkt und Prozess geschieht.

In SightadelAbweichungen werden als Problem erfasst und zu Aktionsplänen mit Frist. Das Aktivitätsprotokoll zeigt, wer wann entschieden hat.

Grundsatz 6

Verifizierung

Regelmäßig wird geprüft, ob das Konzept wirkt, und bei jeder Änderung an Produkt oder Prozess wird es überprüft.

In SightadelVerifizierung als Termin mit Checkliste. Erinnerungen, bevor die Überprüfung fällig ist.

Grundsatz 7

Dokumentation und Aufzeichnungen

Konzept, Entscheidungen und Aufzeichnungen sind vollständig, aktuell und für die Kontrolle verfügbar.

In SightadelAlles im Nachweis-Archiv mit Version, Freigabe und Ablaufdatum. Für die Kontrolle ist der Stand mit wenigen Klicks zusammengestellt.

Kultur und Allergene

Lebensmittelsicherheitskultur, Allergenmanagement

Die Leitung fördert eine gelebte Sicherheitskultur. Allergene werden in Lagerung, Herstellung und Kennzeichnung beherrscht.

In SightadelSchulungen als wiederkehrende Zyklen mit Nachweis. Allergene werden in der Gefahrenanalyse eigens abgefragt.

Ablauf

Der Weg zum Ziel, Phase für Phase.

Ein bis drei Monate für einen kleinen bis mittleren Betrieb, wenn jemand die Sache wirklich betreibt. Mehrere Standorte oder viele Produktgruppen brauchen länger.

  1. 1
    Woche 1–2

    Team und Vorstufen

    HACCP-Team benennen, Produkte und Verwendungszweck beschreiben, Fließdiagramm erstellen und vor Ort prüfen.

  2. 2
    Woche 2–4

    Präventivprogramme prüfen

    Reinigung, Schädlingsbekämpfung, Personalhygiene, Wartung und Lieferanten erfassen. Vorhandene Pläne hochladen und zuordnen.

  3. 3
    Woche 3–6

    Gefahrenanalyse

    Jeden Prozessschritt auf Gefahren prüfen und bewerten. Erst danach lassen sich kritische Kontrollpunkte sinnvoll bestimmen.

  4. 4
    Woche 5–8

    CCP, Grenzwerte, Überwachung

    Kritische Kontrollpunkte festlegen, Grenzwerte begründen, Überwachung und Korrekturmaßnahmen beschreiben.

  5. 5
    Woche 7–10

    Schulung und Einführung

    Beschäftigte schulen, Aufzeichnungen im Alltag starten, erste Abweichungen bearbeiten.

  6. 6
    Woche 10–12

    Verifizierung

    Prüfen, ob das Konzept im Betrieb wirkt. Danach als jährlicher Zyklus und bei jeder Änderung an Produkt oder Prozess.

Startklar

10 Punkte, bevor Sie loslegen.

Wer diese Fragen früh klärt, spart später Wochen. In Sightadel sind sie als erste Aufgaben angelegt.

  1. HACCP-Team mit Verantwortlichem und Vertretung benennen
  2. Produkte, Zutaten und Verwendungszweck auflisten
  3. Fließdiagramm erstellen und vor Ort prüfen
  4. Branchenleitlinie für gute Hygienepraxis heraussuchen
  5. Reinigungs-, Schädlings- und Wartungspläne sammeln
  6. Allergene in Rohwaren und Rezepturen erfassen
  7. Vorhandene Temperatur- und Messaufzeichnungen sichten
  8. Messgeräte und deren letzte Prüfung erfassen
  9. Schulungs- und Belehrungsnachweise der Beschäftigten prüfen
  10. Termin für die erste Verifizierung festlegen

Arbeitsteilung

Deutlich weniger Aufwand. Aber nicht null.

Würde eine Software alles ausfüllen, erfüllte die Norm ihren Zweck nicht – und der Auditor würde es merken. Deshalb ist klar geregelt, was bei Ihnen bleibt.

Übernimmt Sightadel

  • Struktur aus Vorstufen, sieben Grundsätzen und Präventivprogrammen
  • Branchenvorlagen für Gefahrenanalyse und CCP-Register
  • Formulierungshilfe für Verfahren und Arbeitsanweisungen
  • Wiederkehrende Zyklen für Überwachung, Reinigung und Verifizierung
  • Fristen, Erinnerungen und Ablaufdaten für Nachweise
  • Eigener Zugang für externe Auditoren

Entscheiden Sie

  • Gefahren bewerten und kritische Kontrollpunkte festlegen
  • Grenzwerte fachlich begründen
  • Messen und aufzeichnen – im Betrieb, jeden Tag
  • Bei Abweichungen entscheiden und handeln
  • Beschäftigte schulen und die Sicherheitskultur vorleben

Aus der Praxis

Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden.

Aus langjähriger Beratungs- und Zertifizierungspraxis: Diese Stellen kosten die meiste Zeit oder führen zu Abweichungen im Audit.

1

Musterkonzept ohne Anpassung

Ein gekauftes Konzept passt selten zu den eigenen Abläufen und fällt bei der ersten Nachfrage auf. Nutzen Sie Vorlagen als Ausgangspunkt, prüfen Sie aber jeden Schritt an Ihrem Betrieb.

2

Fließdiagramm nur vom Schreibtisch

Abkürzungen, Zwischenlager und Nacharbeit fehlen oft im Diagramm. Gehen Sie den Ablauf vor Ort ab und bestätigen Sie das Diagramm mit Datum.

3

Zu viele kritische Kontrollpunkte

Wird jeder Schritt zum CCP, verliert die Überwachung ihren Fokus. Ordnen Sie Gefahren, die die Grundhygiene beherrscht, den Präventivprogrammen zu und begründen Sie das.

4

Grenzwerte ohne Begründung

Ein Grenzwert ohne fachliche Quelle lässt sich nicht verteidigen. Halten Sie fest, worauf er beruht, etwa Rechtsvorschrift, Leitlinie, Herstellerangabe oder Validierung.

5

Abweichung erkannt, nicht dokumentiert

Wird ein Produkt bei Überschreitung gesperrt, aber nichts aufgeschrieben, fehlt der Beleg. Erfassen Sie jede Abweichung mit Entscheidung, Verbleib des Produkts und Ursache.

6

Konzept nach Änderungen nicht nachgezogen

Neue Rezeptur, neues Gerät, neuer Lieferant – und das Konzept bleibt alt. Legen Sie fest, welche Änderungen eine Überprüfung auslösen, und planen Sie zusätzlich eine jährliche Verifizierung.

Prüfung und Nachweis

Kein Zertifikat – aber die Kontrolle kommt

HACCP selbst ist keine zertifizierbare Norm. Ob Ihr Konzept besteht, prüft die amtliche Lebensmittelüberwachung bei ihren Kontrollen vor Ort, unangemeldet und anhand Ihrer Aufzeichnungen. Kunden aus dem Handel verlangen zusätzlich oft ein Audit nach IFS, BRCGS oder FSSC 22000 durch eine Zertifizierungsstelle – alle setzen ein funktionierendes HACCP-Konzept voraus.

Sightadel zertifiziert nicht und ersetzt keine Kontrolle. Es sorgt dafür, dass der aktuelle Stand mit allen Nachweisen jederzeit bereitliegt. Externe Auditoren erhalten einen eigenen Zugang: Sie lesen, kommentieren und legen nach Ihrer Freigabe Einträge an oder bearbeiten sie, löschen können sie nichts. Für Audits nach Handelsstandards wählen Sie eine Stelle aus unserem unabhängigen Partnernetz oder Ihrer Wahl, ohne Provision an uns oder die Partner.

Zum unabhängigen Auditorennetz

Rechtsgrundlage und Spielraum

Die Pflicht zum HACCP-basierten Verfahren steht in Artikel 5 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene. Die allgemeinen Hygienevorschriften für Räume, Ausrüstung, Personal, Wasser und Abfälle stehen in ihrem Anhang II. Mit der Änderung durch die Verordnung (EU) 2021/382 kamen dort zwei Themen hinzu: das Allergenmanagement, etwa bei Geräten, Transport und Lagerung, und die Lebensmittelsicherheitskultur als eigenes Kapitel. In Deutschland ergänzen die Lebensmittelhygiene-Verordnung und das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch die EU-Vorgaben.

Die Verordnung verlangt kein Konzept von der Stange. Umfang und Form richten sich nach Art und Größe des Betriebs. Die EU-Kommission hat in einer Bekanntmachung erläutert, wie diese Flexibilität zu verstehen ist: Kleine Betriebe mit einfachen Abläufen können sich weitgehend auf gute Hygienepraxis stützen, Branchenleitlinien nutzen und die Dokumentation knapp halten. Wer erhitzt, kühlt, abfüllt oder für empfindliche Gruppen produziert, braucht eine ausführlichere Analyse.

Fachlich orientieren sich Behörden und Betriebe an den Allgemeinen Grundsätzen der Lebensmittelhygiene des Codex Alimentarius, die 2020 überarbeitet wurden. Sie unterscheiden klarer zwischen guter Hygienepraxis als Basis und den HACCP-Grundsätzen für die Stellen, an denen besondere Aufmerksamkeit nötig ist. Für viele Branchen gibt es zudem nationale Leitlinien für eine gute Hygienepraxis, die als Ausgangspunkt dienen können. Sightadel ersetzt diese Leitlinien nicht, sondern führt Sie strukturiert durch die Punkte und hält Entscheidungen und Nachweise fest.

Kosten und interner Aufwand

Die Sightadel-Lizenz für HACCP wird je Edition monatlich berechnet, dazu kommen Rabatte für mehrere Frameworks und Vorauszahlung. Alle Preise und einen Rechner finden Sie auf unserer Preisseite. Sie können 14 Tage ohne Zahlungsdaten testen.

Der eigentliche Aufwand liegt im Betrieb. Für die Erstellung eines Konzepts braucht es Menschen, die die Abläufe wirklich kennen: Produktion oder Küche, Qualität, Einkauf, Technik. In einem kleinen Betrieb sind das oft zwei oder drei Personen über einige Wochen, mit Schwerpunkt auf Fließdiagramm und Gefahrenanalyse. Danach entsteht laufender Aufwand für Messungen, Aufzeichnungen, Reinigungsnachweise, Schulungen und die jährliche Verifizierung.

Externe Kosten können für Laboranalysen, Schädlingsbekämpfung, Wartung von Messgeräten und gegebenenfalls ein Audit nach einem Handelsstandard anfallen. Diese rechnen die jeweiligen Anbieter selbst ab. Wenn eine Gefahrenanalyse knifflig wird, etwa bei neuen Produkten oder Verfahren, buchen Sie fachliche Beratung als Paket in der App dazu.

Amtliche Kontrolle: was geprüft wird und was droht

Die Lebensmittelüberwachung der Kreise und kreisfreien Städte kontrolliert risikoorientiert. Wie oft ein Betrieb besucht wird, hängt von der Art der Lebensmittel, den Abläufen und den Ergebnissen früherer Kontrollen ab. Kontrollen erfolgen in der Regel unangemeldet. Geprüft werden Räume, Hygiene, Temperaturen und Abläufe vor Ort, und es werden Unterlagen angefordert: Gefahrenanalyse, kritische Kontrollpunkte mit Grenzwerten, Überwachungsaufzeichnungen, Korrekturmaßnahmen, Reinigungs- und Schädlingsbekämpfungsnachweise, Schulungsnachweise und Belehrungen.

Fehlende oder lückenhafte Eigenkontrollen können zu Anordnungen, Nachkontrollen, Bußgeldern und im Ernstfall zur Schließung führen. Bestimmte Verstöße können die Behörden nach dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch zudem öffentlich bekannt machen. Gerät ein unsicheres Lebensmittel in den Verkehr, stehen Rücknahme oder Rückruf und strafrechtliche Fragen im Raum.

Umgekehrt ist ein sauber geführtes Konzept Ihr bester Beleg der Sorgfalt. Wer zeigen kann, dass Grenzwerte überwacht, Abweichungen erkannt und Korrekturen ergriffen wurden, steht nach einem Vorfall deutlich besser da. Die rechtliche Bewertung im Einzelfall übernimmt Ihre Rechtsberatung, Sightadel gibt keine Rechtsberatung.

Praktisch hilft es, die Unterlagen so bereitzuhalten, dass sie bei einer unangemeldeten Kontrolle auch ohne die zuständige Person gefunden werden. In Sightadel ist der aktuelle Stand mit wenigen Klicks zusammengestellt, auch für die Vertretung.

Die Gefahrenanalyse richtig aufbauen

Die Gefahrenanalyse ist das Herz des Konzepts und zugleich die häufigste Schwachstelle. Sie beginnt mit einem vollständigen Fließdiagramm vom Wareneingang bis zur Abgabe, einschließlich Nacharbeit, Zwischenlagerung und Reinigungsschritten. Das Diagramm wird vor Ort geprüft, denn auf dem Papier fehlen oft gerade die Abkürzungen, die im Alltag genommen werden.

Für jeden Schritt werden mögliche Gefahren erfasst: biologische wie Keimwachstum oder Überleben von Erregern, chemische wie Reinigungsmittelrückstände, physikalische wie Glas, Metall oder Kunststoff und Allergene durch Kreuzkontakt. Jede Gefahr wird nach Wahrscheinlichkeit und Schwere bewertet. Erst daraus ergibt sich, welche Gefahren an diesem Schritt beherrscht werden müssen.

Dann folgt die Entscheidung, ob ein Schritt ein kritischer Kontrollpunkt ist oder ob die Gefahr über die Präventivprogramme ausreichend beherrscht wird. Viele Betriebe nutzen dafür einen Entscheidungsbaum. Wichtig ist, dass die Begründung festgehalten wird, auch wenn die Antwort „kein CCP“ lautet. Genau danach fragen Kontrolleure und Auditoren.

In Sightadel ist die Analyse Schritt für Schritt geführt. Die Vorlage schlägt typische Gefahren Ihrer Branche vor, die Bewertung und Entscheidung treffen Sie. Jede Begründung bleibt mit Datum und Bearbeiter nachvollziehbar.

Lebensmittelsicherheitskultur und Allergenmanagement

Seit der Änderung von 2021 muss die Leitung eines Lebensmittelunternehmens eine angemessene Lebensmittelsicherheitskultur schaffen, aufrechterhalten und nachweisen können. Gemeint ist, dass Sicherheit nicht nur in Dokumenten steht, sondern im Alltag Vorrang hat. Dazu gehören klare Verantwortungen, ausreichende Ressourcen, regelmäßige Schulungen, offene Kommunikation über Probleme und eine Leitung, die selbst mit gutem Beispiel vorangeht. Umfang und Form richten sich nach Art und Größe des Betriebs.

Belegen lässt sich Kultur nicht mit einem einzigen Dokument. Bewährt haben sich Schulungsnachweise, Protokolle von Teamgesprächen, ein Verfahren, über das Beschäftigte Probleme ohne Nachteile melden können, ausgewertete Abweichungen und Ziele, die die Leitung festlegt und überprüft. Manche Betriebe führen zusätzlich kurze Befragungen durch.

Beim Allergenmanagement geht es um Kreuzkontakt in Lagerung, Herstellung und Transport sowie um korrekte Kennzeichnung. Typische Maßnahmen sind getrennte Lagerplätze, Reinigungsschritte zwischen Produkten, Produktionsreihenfolgen und eine Prüfung von Etiketten bei Rezepturänderungen. In Sightadel werden Allergene in der Gefahrenanalyse eigens abgefragt, und Schulungen laufen als wiederkehrende Zyklen mit Nachweis.

Verifizierung und laufender Nachweis

Ein HACCP-Konzept ist nur so gut wie seine letzte Überprüfung. Die Verordnung verlangt, dass es bei jeder Änderung an Produkt, Verfahren oder Herstellungsschritt überprüft und angepasst wird. Neue Rezepturen, ein neuer Lieferant, ein neues Gerät oder geänderte Öffnungszeiten können ausreichen. Unabhängig davon empfiehlt sich eine jährliche Verifizierung.

Zur Verifizierung gehören die Durchsicht der Überwachungsaufzeichnungen, die Auswertung von Abweichungen und Beschwerden, Laboruntersuchungen von Produkten oder Oberflächen, die Kalibrierung von Messgeräten und interne Begehungen. Das Ergebnis wird dokumentiert, Änderungen fließen ins Konzept ein.

Im Alltag scheitern viele Betriebe weniger am Konzept als an den Aufzeichnungen. Listen werden lückenhaft geführt, Thermometer nicht geprüft, Schulungen vergessen. In Sightadel sind Überwachung, Reinigung, Kalibrierung, Schulung und Verifizierung als Zyklen mit Verantwortlichem und Fälligkeit angelegt. Läuft ein Nachweis ab, erscheint er im Dashboard, bevor die Kontrolle danach fragt. Sightadel ist kein Messsystem, Ihre Aufzeichnungen aus Fühlern oder Listen legen Sie als Nachweis ab.

Wer zusätzlich nach IFS, BRCGS oder FSSC 22000 auditiert wird, nutzt dieselben Nachweise. Externe Auditoren erhalten in Sightadel einen eigenen Zugang ohne Löschrecht und sehen Konzept, Entscheidungen und Aufzeichnungen an einem Ort.

Was es kostet

Lizenz je Framework – offen und ohne Überraschungen.

Sie zahlen nur für die Frameworks, die Sie wirklich brauchen. Die Editionen unterscheiden sich in Kapazität und Reaktionszeit, nicht im fachlichen Umfang. Wer mehrere Frameworks führt, spart dauerhaft. Alle Preise, Rabatte und einen Rechner finden Sie auf der Preisseite.

Die Kosten der Zertifizierungs- oder Prüfstelle rechnet diese direkt mit Ihnen ab. Beratung buchen Sie bei Bedarf als Paket in der App dazu.

Arbeitsmaterial

Checklisten und Vorlagen zu weiteren Frameworks finden Sie unter Ressourcen.

Arbeitshilfen, keine Rechtsberatung.

Begriffe

Die wichtigsten Begriffe zu HACCP.

HACCP
Hazard Analysis and Critical Control Points: Methode, Gefahren für die Lebensmittelsicherheit zu analysieren und an kritischen Punkten zu beherrschen.
Gefahr
Biologisches, chemisches oder physikalisches Agens oder Allergen, das eine gesundheitsschädliche Wirkung haben kann.
Kritischer Kontrollpunkt (CCP)
Schritt, an dem eine Beherrschung unerlässlich ist, um eine Gefahr zu verhindern, zu beseitigen oder auf ein annehmbares Maß zu verringern.
Grenzwert
Messbarer Wert an einem CCP, der Annehmbares von Unannehmbarem trennt, etwa eine Kerntemperatur.
Überwachung
Geplante Messung oder Beobachtung, ob ein CCP unter Kontrolle ist.
Korrekturmaßnahme
Vorab festgelegte Reaktion, wenn ein Grenzwert verletzt wird, für Produkt und Prozess.
Verifizierung
Prüfung, ob das HACCP-System wie geplant funktioniert und wirksam ist.
Validierung
Nachweis, dass eine Beherrschungsmaßnahme die Gefahr tatsächlich beherrschen kann, bevor sie eingesetzt wird.
Präventivprogramme
Grundlegende Hygienemaßnahmen wie Reinigung, Schädlingsbekämpfung, Personalhygiene und Wartung, auf denen HACCP aufbaut.
Lebensmittelsicherheitskultur
Gemeinsame Werte und Verhaltensweisen im Betrieb, die Lebensmittelsicherheit im Alltag Vorrang geben. Seit 2021 Pflicht.
Kreuzkontakt
Unbeabsichtigter Übergang eines Allergens in ein Lebensmittel, das es nicht enthalten soll.

Fragen und Antworten

Fragen zu HACCP

Mehr im FAQ oder direkt über unser Kontaktformular.

Was ist HACCP?

HACCP steht für Hazard Analysis and Critical Control Points. Gemeint ist eine Methode, mit der ein Betrieb die Gefahren für die Lebensmittelsicherheit in seinen Abläufen erkennt und an den entscheidenden Stellen beherrscht – biologisch, chemisch, physikalisch und durch Allergene.

Ist HACCP Pflicht?

Ja, für Lebensmittelunternehmer in der EU nach der Primärproduktion. Die Pflicht ergibt sich aus Artikel 5 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004. Umfang und Form richten sich nach Art und Größe des Betriebs. Kleine Betriebe dürfen vereinfacht vorgehen, ganz entfallen darf es nicht.

Gibt es ein HACCP-Zertifikat?

Gesetzlich ist keines vorgesehen. Private Prüfzeichen gibt es, sie ersetzen aber weder die amtliche Kontrolle noch einen Handelsstandard. Gefragt sind in der Praxis IFS, BRCGS oder FSSC 22000, die HACCP voraussetzen.

Was ist der Unterschied zu ISO 22000?

HACCP ist eine Methode zur Beherrschung von Gefahren. ISO 22000 baut darauf ein ganzes Managementsystem mit Führung, internem Audit und Managementbewertung und ist zertifizierbar. Wer ein sauberes HACCP-Konzept hat, hat den fachlichen Kern bereits.

Müssen alle sieben Grundsätze dokumentiert sein?

Ja, in einem Umfang, der zum Betrieb passt. Gefahrenanalyse, kritische Kontrollpunkte mit Grenzwerten, Überwachung, Korrekturen und Verifizierung müssen für die Kontrolle nachvollziehbar sein. Ein Ordner voller Formulare, die niemand ausfüllt, hilft dabei nicht.

Was passiert, wenn ein Grenzwert überschritten wird?

Dann greift die vorab festgelegte Korrekturmaßnahme: Produkt sperren, bewerten, Prozess korrigieren, Ursache klären. Entscheidend ist, dass das aufgezeichnet wird. In Sightadel wird die Abweichung zum Problem mit Verantwortlichem und Frist.

Erfasst Sightadel unsere Temperaturen automatisch?

Nein. Sightadel ist kein Messsystem. Ihre Aufzeichnungen aus Fühlern, Listen oder Waagen legen Sie als Nachweis ab. Sightadel sorgt dafür, dass sie vollständig, zugeordnet und rechtzeitig erneuert sind.

Was kostet HACCP in Sightadel?

Die Lizenz wird je Framework und Edition berechnet; alle Preise und einen Rechner finden Sie auf unserer Preisseite. Sie können 14 Tage ohne Zahlungsdaten testen, die Arbeit bleibt im bezahlten Tarif erhalten.

Ist das eine Rechtsberatung?

Nein. Sightadel hilft beim Aufbau und bei der Nachweisführung. Für lebensmittelrechtliche Einzelfragen sind Ihre Lebensmittelüberwachung oder eine fachkundige Beratung die richtige Adresse.

Brauchen auch kleine Gastronomiebetriebe ein HACCP-Konzept?

Ja, auch Imbiss, Café oder Restaurant müssen ein Verfahren nach den HACCP-Grundsätzen haben. Die Verordnung erlaubt aber ein vereinfachtes Vorgehen: Wer einfache Abläufe hat, stützt sich weitgehend auf gute Hygienepraxis und Branchenleitlinien und dokumentiert knapp. Kritische Punkte wie Kühlen, Erhitzen und Heißhalten brauchen trotzdem Überwachung und Aufzeichnung.

Wie lange müssen HACCP-Aufzeichnungen aufbewahrt werden?

Eine einheitliche Frist nennt die EU-Verordnung nicht. Die Aufbewahrung richtet sich nach Art des Lebensmittels und seiner Haltbarkeit, nach Vorgaben der zuständigen Behörde und gegebenenfalls nach Handelsstandards. Bewahren Sie Aufzeichnungen mindestens so lange auf, dass Sie über die Haltbarkeit der Produkte hinaus nachweisen können, was geschehen ist. Im Zweifel fragen Sie Ihre Lebensmittelüberwachung.

Fachlich geprüft am 8. Oktober 2026 · Keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind Norm bzw. Gesetz in der geltenden Fassung.

Mit HACCP anfangen.

14 Tage, voller Zugriff, keine Zahlungsdaten. Was Sie anlegen, bleibt im bezahlten Plan erhalten.